Saigon bei Nacht

Vietnam – 3 Tage Saigon und Umgebung

Meine kleine Vietnam-Rundreise startete im März zusammen mit meiner Freundin aus Studientagen in Saigon, Ho-Chi-Minh-Stadt. Eigentlich hätten wir gerne einen Gabelflug gebucht mit Ziel Hanoi und Rückflug von Ho-Chi-Minh-Stadt, aber irgendwie hatten wir nix passendes gefunden. Lange Flugzeiten, mehrmals Umsteigen und vor allem auch der Preis hat uns dann dazu veranlasst einen „normalen“ Flug nach Saigon zu buchen.

Nach dem wohl schrecklichsten Landeanflug in Dubai und knappen 17 Stunden Reisedauer kamen wir dann an in Saigon. Aber die dezente Reiseübelkeit hat sich auf jeden Fall gelohnt!

Vom Flughafen aus ging es mit dem Taxi zu unserem Hotel und ich konnte die ersten Eindrücke der Stadt sammeln. Groß kam sie mir vor, aber mit ca. 7 Millionen Einwohnern auch keine Überraschung. Und sauber! Und irgendwie übersichtlich. Nicht so ein Kuddelmuddel, also damit meine ich nicht den Verkehr (der ist extremes Kuddelmuddel) sondern die Häuser und die Straßenführung. Ich habe mich gleich sehr wohlgefühlt!

Wir verbrachten insgesamt 3 volle Tage in Ho-Chi-Minh und Umgebung. Geplant war eigentlich nur einer. Schon daran erkennt man, dass es uns ganz gut gefallen hat und es jede Menge zu entdecken gab.

Hier möchte ich euch nun meine besten Tipps für Saigon und Umgebung vorstellen und euch einen kleinen Überblick geben wie wir unsere 3 Tage gefüllt haben.

Tipp Nr. 1: im Distrikt 1 wohnen

etwas Recherche hat ergeben: Distrikt 1 ist der place to be für alle Traveller. Diesen Tipp haben wir brav befolgt und sind im Brilliant Saigon Hotel unter gekommen. Das Hotel liegt quasi perfekt. In einem kleinen Gewirr aus Seitenstraßen in denen eigentlich kein Verkehr ist. Sprich sehr ruhig und trotzdem mitten drin. Die Zimmer waren schön und sauber und das Frühstück absolut in Ordnung. Da ich ja vegan lebe erwarte ich immer nicht so viel und bin mit Marmelade, etwas frischem Gemüse und Obst völlig zufrieden.

Brilliant Saigon Hotel - Distrikt 1

In dieser kleinen Gasse liegt das Brillant Saigon Hotel

Tipp Nr. 2: den Wiedervereinigungspalast besuchen

Unseren ersten Tag in Saigon starteten wir mit einem ausgedehnten Spaziergang gekoppelt mit Sightseeing. Los ging es mit dem Wiedervereinigungspalast. Dieser ließ sich gut fußläufig von unserem Hotel aus erreichen und man konnte auch gleich noch einen Abstecher am Postamt und der Notre Dame-Kathedrale machen.

Notre Dame-Kathedrale

Die Notre Dame-Kathedrale (links sieht man noch ein kleines Stück vom Postamt)

Der Wiedervereinigungspalast selbst besticht durch seine 60er-Jahre-Architektur und seiner dem entsprechenden Inneneinrichtung. Gut zu wissen ist, dass der „Palast“ über Mittag geschlossen hat und man das Gelände verlassen muss. Die Öffnungszeiten sind 08-11.30 Uhr und 13.30-16.30 Uhr. Wir hatten das natürlich nicht ganz auf dem Schirm und mussten deshalb etwas früher los als geplant. Im Großen und Ganzen konnten wir aber alles angucken.

Wiedervereinigungspalast

Der Wiedervereinigungspalast mitten in Ho-Chi-Minh-Stadt

Toll ist auch der große Garten bzw. Park um den Wiedervereinigungspalast. Dort lässt sich auch gut ein Päuschen machen. Wir hatten ca. 37°C, da ist ein schönes Plätzen im Schatten jederzeit willkommen.

Das Kino im Wiedervereinigungspalast

Das Kino im Wiedervereinigungspalast

Tipp Nr. 3: ins Kriegsrelikte-Museum gehen

Als nächstes ging es für uns weiter ins Kriegsrelikte-Museum. Dieses ist nicht weit vom Wiedervereinigungspalast und deshalb auch wunderbar zu Fuß zu erreichen.

Erwartungsgemäß ist der Inhalt des Museums nicht sonderlich leicht verdaulich, gehört aber gerade deshalb für mich unbedingt auf jede to-do-Liste. So grob weiß wahrscheinlich jeder darüber Bescheid, dass in Vietnam während dem Krieg schreckliche Dinge passiert sind. Aber dies in aller Ausführlichkeit noch einmal vor Augen geführt so bekommen ist doch noch einmal etwas anderes. Mir z.B. waren die ganzen Spätfolgen die das Agent Orange mit sich brachte überhaupt nicht so klar. Also eine ganz klare Besuchsempfehlung von mir!

Tipp Nr. 4: die Cu Chi Tunnel anschauen

Der nächste Tag startete für uns mit einem Ausflug in zu den Cu Chi Tunneln. Die Tour dafür kann man gefühlt überall buchen. Man hat die Wahl zwischen einem Halbtagsausflug oder einem Ganztagestrip. Dieser beinhaltet auch noch einen Stopp beim einem Tempel der Cao Dai Religion. Wir entschieden uns für diese Version und buchten den Ausflug in unserm Hotel für ca. 13$.

Nach etwa 4 Stunden Busfahrt kamen wir am Cao Dai Tempel an. Genau pünktlich zur Messe um 12 Uhr. Die Angehörigen der Cao Dai-Religion treffen sich alle 6 Stunden zur Messe. Laut unserem Guide müssen jedoch nicht immer alle Anhänger zu jeder Messe anwesend sein. Zur 12 Uhr Messe sind mehr die älteren oder ganz jungen Gläubigen anwesend. Abends dann mehr die Berufstätigen.

Der heilige Stuhl der Cai Dai

Der größte Tempel der Cao Dai Religion nahe der kambodschanischen Grenze

Die Cao Dai Religion ist noch eine recht neue Religion und beinhaltet Einflüsse vom der Lehre Christis, Konfuzius, Laotse und dem Buddhismus und das „Headquarter“ davon ist genau dieser Tempel. Zur Messe treffen sich die Männer und Frauen nach Geschlechtern sortiert und in weiß gekleidet an den Seiteneingängen des Tempels. Zu Messebeginn nehmen alle in Reih und Glied im Inneren des Tempels auf dem Boden platz. Wir Zuschauer dürfen oben auf dem Balkon. Von dort aus kann die Messe in Ruhe von oben aus beobachtet werden.

Nach einer knappen Stunde ging es weiter in Richtung Cu Chi Tunnel. Ich hatte ja ein bisschen Angst, dass es dort völlig überlaufen ist, da ein Ausflug dorthin zum Pflichtprogramm eines jeden Vietnam-Touristen gehört. Aber ich muss sagen das wurde vor Ort wirklich gut gelöst. Man bleibt mit seiner Bus-Gruppe zusammen und wird mit dieser als Kleingruppe durch das Areal geführt.

Bei der Führung bekommt man einen guten Überblick wie sich das Leben in den Tunneln gestaltet hat (auch wenn man sich das immer noch nicht wirklich vorstellen kann wie viele Menschen da unter der Erde gelebt haben und vor allem auch wie lange) und kann auch selber durch die Tunnel krabbeln. Diese wurden netterweise etwas verbreitert damit auch der Durschnittseuropäer irgendwie durchpasst.

Alles in allem ein wirklich sehr eindrückliches Erlebnis auf welches niemand verzichten sollte!

Tipp Nr. 5: Ausflug ins Mekong-Delta

An Tag 3 ging es für uns ins Mekong-Delta. Eigentlich hätten wir gerne mehrere Tage dort verbracht, aber da Vietnam so viel Tolles zu bieten hat kürzten wir diesen Programmpunkt auf einen Tag.

Wir buchten den Trip bei STA Travel wieder für ca. 13$. Dieser beinhaltet vor allem viel Boot fahren in allen Variationen und einen Besuch in der Coconut Candy Fabrik und der Honey Bee Farm.

Auf dem Weg dahin machten wir noch einen Stopp bei der Vinh-Trang-Pagode in My Tho welche sehr schön ist. Der große, dicke, sitzende Buddha sieht man schon vom weitem und macht einen sehr sympathischen Eindruck. Insgesamt war die Stimmung in der Pagode sehr schön. Was vermutlich auch an dem Mönch lag der meditativ vor sich hin gesungen hat.

Buddha-Statue

Sitzender Buddha in der Vinh Trang-Pagode in My Tho – schaut der nicht sympathisch aus?

Vinh Trang-Pagode in My Tho

Betender Mönch in der Vinh Trang-Pagode

Ich würde sagen der Ausflug war alles in allem jetzt nichts super besonderes. Dennoch hatten wir einen sehr schönen Tag und konnten uns einen guten Eindruck vom Mekong-Delta verschaffen. Besonders gut haben mir die Fahrten mit den kleinen Booten durch die engen Kanäle gefallen.

das Mekong-Delta

Mit dem Paddelboot durch das Mekong-Delta

Tipp Nr. 6: bei Phuc Quang Chay lecker vegan essen

Zum Abschluss ging es für uns noch einmal richtig lecker vegan essen. Meine größte Sorge vor dem Urlaub war ja, dass ich das leckere vietnamesische Essen nicht in vegan finde und ich mich den ganzen Urlaub von Reis mit Gemüse ernähren muss. Die Sorge war aber dank der fantastischen Happy Cow App völlig unbegründet.

Durch diese haben wir auch das nette kleine Restaurant Phuc Quang Chay gefunden. Von selbst wären wir auf jeden Fall niemals daran vorbei gekommen, da es ziemlich versteckt in einer der kleinen, verwinkelten Gassen liegt. Zu Futtern gab es für mich Pad Thai, leckere, hausgemachte Limonade und selbstverständlich Nachtisch! Super lecker und alles frisch zubereitet. Auch das Personal ist total herzlich und sehr, sehr freundlich.

Allen veganen Foodis kann ich einen Besuch in diesem kleinen Paradies nur zwingend empfehlen!

 

Ich hoffe euch hat meine kleine Zusammenstellung über unsern Saigon-Aufenthalt gefallen und ihr könnt vielleicht die ein oder andere Inspiration darin finden.

Falls ihr euch übrigens fragt ob ihr ein Visum für Vietnam benötigt und wie ihr genau an dieses kommt findet ihr hier den richtigen Artikel für euch.

 

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